Geocaching

Seit einiger Zeit bin ich nun dem Hobby Geocaching verfallen. Meine “Einweihung” ins Geocaching erhielt ich dadurch, dass mich ein Freund eines Nachmittags mit auf eine kleiner Tour nahm und mir alles Wichtige erklärt hat. Vor diesem Zeitpunkt hatte ich noch absolut keine Ahnung, was Geocaching ist, was man dazu braucht und wie man das ganze eigentlich macht.

Da ich dieses Hobby auch verbreiten will und mich über jeden neuen Aktiven in meiner Nähe freue, kann ich jedem, den das Hobby interessiert, nur empfehlen, mal mit jemandem mitzugehen und sich alles erklären zu lassen. Da nicht jeder diese Möglichkeit hat, möchte ich hier erstmal noch eine kurze Einführung in das Geocaching geben.

Was ist Geocaching eigentlich?

Das Geocaching ist sozusagen die moderne Variante der Schnitzeljagd. Viele von uns kennen das sicher noch aus ihrer Jugend: Jemand (z.B. Freund oder Lehrer) hat verschiedene Hinweise, Zettelchen oder kleine Kisten irgendwo versteckt (meist im Wald) und man hat sich dann allein oder als Gruppe auf die Suche nach einem kleinen Schatz gemacht.

Diese Grundidee hat sich weiterentwickelt und ist zum heutigen Geocaching geworden. Der moderne Schatzsucher geht nicht mehr einfach so in den Wald, er nutzt ein GPS-Navigationsgerät. Da sich diese in den letzten 10 Jahren sehr verbreitet haben, ist auch das Geocaching deutlich gewachsen.

Beim Geocaching versteckt ein Geocacher irgendwo einen Behälter (den sogenannten Geocache oder Cache), zum Beispiel in Wäldern, Parks oder auch direkt in Städten und trägt die GPS-Koordinaten der Position, an der sich der Behälter befindet, auf einer Webseite ein. Daher ergibt sich für alle anderen Geocacher die Aufgabe, diesen Behälter zu finden.

Um einen Geocache zu finden, muss man sich im Internet die GPS-Koordinaten eines Caches aus speziellen Seiten heraussuchen und diese mit Hilfe seines Navigationsgerätes aufsuchen. Dort versteckt sich dann meist ein kleiner wasserdichter Behälter mit einem Logbuch und oft allem möglichen “Krimskrams”.

Die grundlegende Aufgabe des Geocachings besteht also darin, mittels GPS-Navigation einen bestimmten Ort irgendwo auf dem Planeten ausfindig zu machen und dort einen kleinen “Schatz” zu finden.

Wie sieht ein Geocache aus und was befindet sich darin?

Mittlerweile gibt es Geocaches in allen möglichen Größen, Formen, Farben und Variationen. Die gehen von kleinen runden Döschen, im Durchmesser kaum größer als ein Eurostück, über Filmrollen, PET-Rohlingen, Tupperdosen, Kanistern und Munitionskisten bis hin zu großen Fässern und Kisten mit über 60 Liter Fassungsvermögen. Daher lässt sich eine allgemeine Beschreibung schwer festlegen. Grundsätzlich besteht ein Geocache aber aus einem wasserdichten Behälter, damit die Umstände auch vor Witterungseinflüssen geschützt sind.

In einem Geocache befindet sich in jedem Fall ein Logbuch, manchmal auch nur in Form eines kleinen, zusammengerollten Zettels, in welchem ein Finder seinen “Nickname” sowie Zeit und Datum des Fundes hinterlassen kann. Oft ist auch noch Platz für einen individuellen Gruß. Außerdem befindet sich in einem Cache fast immer ein Zettel, welcher zufällige Finder über den Sinn der Kiste aufklären machen soll.

Neben diesen Pflichtbestandteilen kann in Caches so ziemlich alles liegen. Von kleinen Figuren und Krimskrams über Tauschobjekte bis hin zu CDs oder Büchern kann alles in einem Geocache liegen, natürlich abhängig von dessen Größe.

Was genau man damit macht, wenn man einen Cache gefunden hat, erkläre ich weiter unten noch ausführlicher.

Was genau brauche ich, um einen Geocache zu finden?

Da sich das Geocaching im Zuge der Verbreitung von GPS-Navigationsgeräten entwickelt hat, hat auch jeder Cache mehr oder weniger mit GPS-Koordinaten zu tun. Daher ist das wichtigste “Werkzeug” eines Geocachers wohl das GPS-Navigationsgerät. Zwar gibt es auch einige Geocaches, die man anhand der Beschreibungen ohne ein Navi finden kann, aber im Normalfall ist ein Navi von Nöten.

Alles, was man sonst noch braucht, ist abhängig von den Caches, die man sucht. Caches in Städten und Parks können mit normaler Kleidung und Schuhwerk erreicht werden, ohne sich komplett einzusauen. Für die meisten Caches aber, besonders die etwas herausfordernden, sollte man festes Schuhwerk sowie warme und stabile Kleidung (die auch dreckig werden kann).

Ansonsten gehören zur Grundausstattung noch 2 Dinge: Taschenlampe und Kugelschreiber. Oftmals muss man dunkle Ecken ausleuchten, um den Cache zu finden und wenn man ihn gefunden hat, will man sich ja auch in ihm verewigen. Gerade bei kleineren Caches, zum Beispiel Filmdosen, ist natürlich kein Platz für Bleistifte oder Kugelschreiber. Daher habt lieber immer einen dabei, damit ihr am Ende nicht ohne Schreibwerkzeug dasteht.

Jeder Geocacher, der lange dabei ist, sucht natürlich nach immer neuen Erfahrungen und versucht, ständig neue Ideen mit einzubauen. Das Hobby hat sich daher sehr entwickelt, so dass für manche Caches sogar Kletterausrüstung, Boote oder UV-Lampen nötig sind. Sowas ist aber in den Cache-Beschreibungen grundsätzlich vermerkt. Für die meisten Caches ist sowas aber nicht von Nöten.

Kann man jedes Navi zum Geocaching benutzen?

Leider ist nicht jedes Navigationsgerät zum Geocachen geeignet, denn wichtig ist, dass man frei globale GPS-Koordinaten eingeben und sich vom Navi dort hin führen lassen kann. Einige ältere Navis fürs Auto unterstützen das leider noch nicht, aber heutzutage kann man auch mit günstigen Auto-Navis schon Geocachen gehen. Auch immer mehr Mobiltelefone sind in der Lage, die eigene Position über GPS zu bestimmen und sind somit zum Geocachen geeignet.

Viele Geocacher kaufen sich aber früher oder später spezielle Outdoor-Navigationsgeräte, welche meist wasserdicht sind und somit auch bei schlechtem Wetter draußen gut einsetzbar sind, denn wer will schon sein teures Navi fürs Auto oder sein neues Handy opfern?
Diese Outdoor-Navis kosten zwischen 70 und 500€ und sind können je nach Preis entweder nur per Kompass zu den Koordinaten führen oder verfügen sogar über spezielle Topographie-Karten, in welchen Wanderwege, Höhenlinien, Flüsse, Häuser und Brücken eingetragen sind. Die Geräte am oberen Preisende können sogar ganze Datenbanken mit Cache-Beschreibungen speichern, was das Geocachen deutlich komfortabler macht, da man keine ausgedruckten Zettel oder andere Notizen mitnehmen muss.

Ich möchte meinen ersten Cache suchen – was genau muss ich tun?

Wie oben schon erwähnt ist es ratsam, sich für den ersten Versuch einem erfahrenen Cacher anzuschließen und alles gezeigt zu bekommen. Aber wer alleine loslegen will, kann das natürlich auch machen. Angenommen, du verfügst über ein Geocaching-fähiges Navi und einem Kugelschreiber/Bleistift, bist du im Grunde bereit für die erste Suche.

Zuerst musst du dir aus dem Internet die Koordinaten eines versteckten Geocaches besorgen. Gehe dazu entweder auf www.geocaching.com oder www.opencaching.de. Beides sind Datenbanken von Caches im Internet. Der erste Link führt euch zur offiziellen Geocaching-Seite, welcher fast alle Caches seit der Gründung beinhaltet. Doch auch opencaching.de ist eine gute Alternative, da es dort auch sehr viele Geocaches gibt.

Auf beiden Seiten kannst du über ein Suchformular Caches in deiner Nähe suchen, zum Beispiel nach Adresse und Ort oder indem du die GPS-Koordinaten, an denen du dich befindest, eingibst. Du erhältst dann eine Liste von Geocaches sortiert nach dem Abstand zur gesuchten Position. Man kann sich die Ergebnisse auch auf einer Landkarte im Browser angucken. Hat man einen Cache gefunden, der einem gefällt, kann man sich seine Beschreibung ansehen.

Mittlerweile gibt es sehr viele Varianten von Geocaches. Die einfachsten sind die sogenannten “Traditional”-Caches. Sie beinhalten eine Beschreibung und die direkten Koordinaten des versteckten Behälters. Bei geocaching.com erkennst du sie an dem Symbol mit der grünen, kleinen Kiste. Neben den Traditionals gibt es z.B. auch noch Multi-Caches. Wie bei der ursprünglichen Schnitzeljagd kommt man hier nicht einfach direkt zum Schatz, sondern muss an einzelnen Stationen Hinweise suchen oder Rätsel lösen. Ein Multi-Cache erfordert daher normalerweise mehr Zeit und ist für einen ersten Versuch nicht unbedingt zu empfehlen. Wer allerdings schon ein paar Caches gefunden hat, kann sich auch gern an die Multi-Caches wagen. Dann gibt es noch viele andere Caches wie Mystery/Rätsel-Caches, virtuelle Caches, Earth-Caches usw. Was das alles ist, wird weiter unten noch erklärt.

Für den Einstieg solltest du also einen Traditional-Cache wählen, dir die Beschreibung gut durchlesen und wichtige Sachen notieren oder ausdrucken. Jede Cache-Beschreibung gibt auch Auskunft über die Größe des Behälters, die Schwierigkeit oder das Terrain, in welches man sich beim Suchen begibt. Wähle also für den Anfang lieber einen einfachen Cache, mit geringer Terrainwertung und einer etwas größeren Dose aus (am besten zum Start einen “Regular”). Nachdem du die Koordinaten in dein Navi gespeichert hast, kann es losgehen. Folge dem Navi und suche am Ziel den Behälter.

Ich habe einen Cache gefunden – was nun?

Wenn man einen Geocache gefunden hat, kann man die Dose ruhig öffnen und hineinblicken. Wichtig ist, sich in das Logbuch mit Nickname sowie Zeit/Datum des Fundes einzutragen.
Ist dies geschafft und man weiterhin geocachen möchte, sollte man später auf der Webseite des Geocaches auch noch den Fund dokumentieren. Dazu ist allerdings eine Anmeldung auf der Seite erforderlich.

Wenn sich in dem Behälter noch andere Gegenstände außer dem Logbuch befinden, wäre es ratsam, die nächste Frage durchzulesen.

Nachdem man sich im Logbuch verewigt hat, sollte man den Behälter wieder richtig verschließen und wenn möglich genau so verstecken, wie man ihn vorgefunden hat.

Was macht man mit den Gegenständen in einem Geocache?

Größere Caches beinhalten neben einem Logbuch und einem Hinweis auf den Cache oft noch andere Sachen. Das können zum einen Geocoins, Travelbugs und andere Travel-Items sein oder sonstige andere Gegenstände, meist Krimskrams wie kleine Figuren, Flummis, Murmeln oder Inhalte aus Überraschungseiern.

Wie man mit Travelbugs und Geocoins umgeht, kannst du in anderen Fragen erfahren, alle sonstigen Sachen in einem Cache sind meist frei zum Tauschen gedacht. Der Gedanke dahinter ist aber: Wenn du etwas herausnimmst, packe bitte etwas möglichst gleichwertiges hinein. Natürlich lässt sich schwer definieren, was den gleichen Wert hat, aber da ist ein wenig Fairness von Seiten der Cacher vorausgesetzt. Reich wird man durch Caches normalerweise sowieso nicht, aber vielleicht findet sich in so manch einem Cache ja etwas, das jemand gern hätte oder gut gebrauchen könnte.

Also immer schön fair tauschen, dann passt das schon.

Wie trage ich meinen Fund oder den Versuch auf der Webseite ein?

Da geocaching.com die meistgenutzte Seite für Cachebeschreibungen ist, möchte ich es auch nur für diese Plattform erklären: Wenn man einen Cache gefunden hat (oder nach langer oder mehrfacher Suche wieder ohne Fund abziehen musste), sollte man dies auch online loggen. Dazu geht man auf der Seite der Cachebeschreibung ganz oben rechts auf “Log your visit”. Auf der folgenden Seite kann man dann auswählen, wann man den Cache gefunden hat. Man kann auch alternativ nur einfache Nachrichten “Notes” in ein Log schreiben, schreiben, dass man ihn nicht gefunden hat, oder dass ein Cache einer Wartnung bedarf oder vielleicht sogar ins Archiv gesteckt werden sollte. Bei leitzteren aber bitte etwas vorsichtiger sein und als Anfänger werdet ihr in den seltensten Fällen das benötigen.
Also einfach auswählen, ob man ihn gefunden hat oder nicht sowie das Datum des Fundes. Darunter ist viel Platz für eine Nachricht an den Besitzer.
Ihr könnt gerne von eurer Suche berichten (ausführliche Logs sind sehr beliebt), aber seid etwas vorsichtig mit dem, was ihr verratet. Viele Cache lesen vor der Suche ein paar Logs durch, um zu gucken, ob mit dem Cache alles in Ordnung ist und ob er erst kürzlich gefunden wurde. Dabei wäre es sehr doof, wenn alle Geheimnisse des Caches in den Logs ausgeplaudert werden. Zur Not könnt ihr sie gern auch verschlüsseln.

Ich bin ständig am Erweitern dieser Beschreibung. Von Zeit zu Zeit wird es hier immer mehr Antworten zu grundsätzlichen Geocaching-Fragen geben

Soweit von mir,
-Flori- (evident)