Praxistest: Die Geocaching.com Android App
Author: evident (Florian Bäthge) | Filed under: Allgemein, Hardware, Software, TechnikHallo allerseits,
lange gabs hier nichts neues, das tut mir leid… ich war einfach mit Dosen suchen beschäftigt, könnte man sagen… ;-D
Ich möchte euch heute einen kleinen Praxistest der Geocaching.com Android App geben, die es seit gestern in einer neuen Version (2.0) gibt. Ich möchte dabei zuerst kurz mit anderen von mir genutzten Apps vergleichen und dann schrittweise einzelne Funktionen der neuen App zeigen.
Das Testgerät
Zum Geocachen nutze ich in letzter Zeit meist mein Android-Smartphone – mein HTC Desire.
Es mag vielleicht nicht immer ganz so genau sein wie andere Outdoor-GPS, doch es bietet mir einen guten Begleiter durch den Alltag und ermöglicht das Cachen, egal, wo man gerade ist, auch ohne ausgedruckte Listings oder gespeicherte Pocket Queries.
Auf dem Gerät ist eine Android 2.3 OxygeN ROM installiert, was aber für den Test vergleichsweise unwesentlich ist. Andere Android-Geräte oder Geräte mit der Originalsoftware unterstützen die App natürlich genauso gut.
Da sich Android-Smartphones und auch das Geocachen mit solchen Geräten immer größerer Beliebtheit erfreuen, gibt es natürlich mittlerweile auch eine Vielzahl an Apps, die das Cachen ermöglichen sollen. Manche davon sind kostenlos, manche kosten Geld, aber letztendlich haben alle ihre Vor- und Nachteile. Ich möchte hier nicht auf alle existierenden Apps eingehen, aber einige von mir genutzten Apps kurz zum Vergleich heranziehen.
Alternative Geocaching-Apps für Android
GeOrg – Geocaching Organizer
GeOrg ist eine beliebte und gut entwickelte Geocaching-App, die auch von vielen Cachern genutzt wird. Sie ist im Android-Market für knapp 5€ zu erstehen und bietet (fast) alles, was der Geocacher braucht. So ist GeOrg ein Spitzentool zum Cachen, wenn man eine gepflegte Cache-Datenbank aus Pocket Queries hat. Das macht das ganze natürlich besonders für Premium Mitglieder interessant. GeOrg bietet viele verschiedene Navigationsmethoden an, eine gute Verwaltung von Caches und viele, viele Tools, die das Cacherherz höher schlagen lassen, wie zum Beispiel Field Notes, Routen, diverse Code-Solver und etliches mehr.
Ein ideales Tool könnte man meinen, doch leider ist dem nicht ganz so. Zwar bietet GeOrg einige so genannte “Connectors”, die eine Verbindung zu verschiedenen Caching-Plattformen schaffen, dennoch sieht es mit der Live-Unterstützung bei GeOrg eher mau aus. Wer in einer fremden Stadt “mal eben cachen gehen” möchte, guckt bei GeOrg in die Röhre. Es ist nicht unmöglich, erfordert aber weitere Programme, die installiert sein müssen und so weiter – keine ideale Lösung.
c:geo
Als Alternative zu GeOrg nutzen viele Geocacher, besonders auch Anfänger, gern die App c:geo. Gegenüber GeOrg bietet c:geo den Vorteil, dass sie kostenlos ist. Auch c:geo bietet alles grundsätzliche, was man zum Cachen braucht. Man kann Caches speichern, Pocket Queries importieren, eigene Wegpunkte anlegen und vieles mehr. Weiteres sehr großes Feature von c:geo ist die gute Live-Unterstützung. Es gibt eine Live-Karte, die beim Umherfahren anzeigt, wo die nächsten Caches zu finden sind – eine ideale App also für Spontancacher!
Leider hat c:geo aber auch einige immense Nachteile: So ist zum Beispiel die Verwaltung von offline gespeicherten Caches quälend langsam. Eine importierte Pocket Query mit 1000 Caches braucht unter Umständen etliche Sekunden, um geladen zu werden, vom Filtern, Suchen und Sortieren mal ganz abgesehen. Größter Nachteil von c:geo ist aber, dass alle Inhalte von der Geocaching.com Webseite heruntergeladen werden müssen. Die normale Seite wird also geladen und alle nötigen Inhalte daraus gefiltert. Dies ist vergleichsweise langsam, besonders wenn man mit schlechtem mobilem Internetempfang mal wieder irgendwo in der Pampa steht. Noch dazu ist das automatisierte Runterladen solcher Inhalte von der Webseite (so genanntes “spidern”) laut der Groundspeak AGB verboten.
Aus Seiten der Benutzerführung ist c:geo auch nicht gerade gut gestaltet und Bedarf einiger Eingewöhnungszeit. Wer sich aber ein wenig damit beschäftigt, kann damit auch gut cachen gehen.
Weitere Apps
Es gibt natürlich auch noch einige weitere Apps, die man gut zum Cachen nehmen kann. Da ich diese aber selbst nicht nutze, möchte ich hier (vorerst) nicht näher darauf eingehen.
Die Groundspeak-App
Nun aber zum eigentlichen Sinn dieses Beitrags – der Test der neuen Groundspeak-App! Die neu erschienene Version 2.0 bietet einige Verbesserungen im Vergleich zur Vorgängerversion.
Der erste Eindruck
Nachdem ich die App nach dem Update der alten Version gestartet habe, war ich positiv überrascht. Die Oberfläche wurde überarbeitet und an das neue Aussehen der Webseite angepasst. So finden sich von der Webseite bekannte Farben und Bilder wieder. Der Startbildschirm wirkt strukturiert und übersichtlich und wirkt sehr einladend.
Alle wichtigen Hauptfeatures sind sichtbar, sodass das Vergnügen schnell losgehen kann…
Login und Nutzereinstellungen
Ein neues Feature der neuen Version ist die Unterstützung mehrerer User. Nutzen also manchmal mehrere verschiedene Geocacher das gleiche Gerät, kann jeder ein eigenes Profil anlegen und individuell verwalten.
Beim Login wird schnell deutlich, dass Groundspeak für die App die hauseigene API verwendet, die wohl später auch anderen Anbietern ermöglichen soll, auf Daten der Webseite zugreifen zu können.
Suchen und Anzeigen von Geocaches
Per Klick auf ”Find Nearby Caches” kann man sich schnell eine Liste von Geocaches in der Nähe anzeigen lassen. Subjektiv gesehen scheint das Laden der Liste der nächsten Caches schneller zu gehen als in der Vorgängerversion, im WLAN sowie auch im mobilen Internet.
Die Liste zeigt alles Wichtige an, was man beim Finden von Caches wissen möchte, unter Anderem Name, Typ, D/T-Wertung, Größe und Entfernung. Die einzelnen Einträge sind gut voneinander unterscheidbar und alles wirkt gut strukturiert. In den Einstellungen lässt sich auch schnell filtern, so kann man zum Beispiel auch eigene gefundene Caches von der Suche ausschließen.
Eine derartige Liste von Caches erhält man auch bei der Suche im Suchfeld oder über das Untermenü “Advanced Search”, wo man noch deutlich mehr Filteroptionen einstellen kann. So lassen sich Funde nach Typ oder D/T Wertung filtern oder gar mit anderen Usern abgleichen.
Generell gesehen scheint die Suche sehr vielfältig und flüssig umgesetzt zu sein. Es wirkt auch deutlich übersichtlicher als zum Beispiel bei c:geo.
Klickt man auf einen Cache, kommt man auf eine Unterseite, die weitere Details zum Cache bietet. So kann man zum Beispiel direkt zum Cache navigieren, sich die Cachebeschreibung, letzte Logs oder den Hint anzeigen lassen.
Die Unterseite ermöglicht es auch, Field Notes oder ein direktes Online-Log zu verfassen.
Die Navigation kann per Kompass, die Landkarte, Straßennavigation oder Radar erfolgen. Als Kompass kann sowohl der integrierte Kompass als auch ein GPS-basierter Bewegungskompass genutzt werden.
Die Kartenansicht erlaubt die Ansicht als Straßenkarte oder Satellitenbild. Desweiteren ist es in der Kartenansicht möglich, neue Wegpunkte anzulegen, besonders bei Multis oder Mysteries wichtig. Leider ist dieses Feature sehr versteckt und eher spärlich umgesetzt. GeOrg und c:geo bieten da deutlich bessere Wege, zusätzliche Wegpunkte für einen Cache der Datenbank anzulegen und zu verwalten. Hier sollte noch ein wenig nachgearbeitet werden.
Die Cache-Ansicht erlaubt desweiteren auch das Speichern in eine Offline-Liste, also die lokale Datenbank. Da die App ja die Groundspeak-API nutzen kann und nicht die Webseite spidern muss, geht dies auch deutlich schneller als bei c:geo, was besonders bei schlechten Internetverbindungen bemerkbar ist.
Pocket Queries
Die App bietet auch einen direkten Weg, PocketQueries direkt in die Anwendung zu laden. Über das Hauptmenü kommt ihr auf eine Seite, welche euch eure online angelegten Pocket Queries anzeigt und auf Knopfdruck runterladen kann. Ein wirklich gutes Feature, um schnell und einfach eine aktuelle Cachedatenbank auf dem Gerät zu pflegen.
Leider war der Download bei mir quälend langsam, was aber auch an der Internetverbindung gelegen haben mag. Vielleicht sollte dennoch noch einmal ein wenig an der Performance gearbeitet werden.
Zusammenfassung
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Groundspeak Android App in der Version 2.0 schon ein wirklich gutes Cacherwerkzeug bietet. Alle wichtigen Funktionen sind gegeben und die App ist intuitiv zu bedienen. Manche Features bedürfen zwar noch etwas Nacharbeit, wie das Runderladen der PQs, das Anlegen zusätzlicher Wegpunkte und die Sprachunterstützung, die bisher nur auf Englisch begrenzt ist. Desweiteren wäre eine eingebaute Wegpunktprojektion sehr hilfreich.
Insgesamt wirkt die App aber intuitiver zu bedienen als z.B c:geo, da es zum Beispiel eine eigene “Tastatur” zum Eingeben der Cachekoordinaten gibt. Die Groundspeak-App stellt also ein gutes Tool zum Cachen dar und wird von mir zukünftig zum Spontancachen deutlich öfter genutzt werden und wohl c:geo ersetzen. Für ausgedehnte und geplante Cachetouren bleibe ich aber wohl bei GeOrg…
| Feature | Geocaching.com App | c:geo | GeOrg |
|---|---|---|---|
| Kosten | 7,01€ | kostenlos | 4,99€ |
| Übersichtlichkeit/ Intuitivität/ Bedienbarkeit | sehr gut | vergleichsweise schlecht, da mangelnde "Eingabetastatur" und schlechte Übersichtichkeit | sehr gut |
| Live-Feature | ja | ja, aber langsamer | nur durch spezielle Tools, eher bedingt |
| Navigation per Kompass/ Karte/ Route/ Radar | ja | ja | ja |
| Anlegen neuer Wegpunkte | ja, aber sehr versteckt | ja | ja |
| Import von Pocketqueries | ja, direkt von Webseite | Import von PQs auf der SD-Karte | Import von PQs auf der SD-Karte |
| Offline-Datenbank | ja | ja, aber vergleichsweise sehr langsam | ja |
| Field Notes/Logging/Notizen | ja | ja | ja |
| Mehrbenutzerbetrieb | ja | nein | nein |
Ich hoffe, ich konnte euch einen kleinen Vergleich bieten!
-evident-
Tags: Android, App, c:geo, Geocaching, Geocaching.com App, GeOrg






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