Praxistest – die Zweite: Geocaching mit Android
Autor: evident (Florian Bäthge) | Kategorie: Allgemein, Hardware, Software, TechnikHallo allerseits,
nachdem ich ja letztens bereits die offizielle GroundSpeak-App reviewed habe, soll nun noch eine Stellungnahme zu alternativen Android-Apps kommen! Zuerst einmal aber vielen Dank für die vielen positiven Stimmen zum letzten Beitrag!!! Falls ihr Fragen oder Kommentare habt, scheut euch nicht, einen Kommentar zu schreiben…
Es scheint förmlich an Ironie zu grenzen, dass kurze Zeit nach der Review der Groundspeak App, welche ja fürs Spontancachen für gut brauchbar befunden wurde, eben diese App ein Update bekam, was bei mir und auch bei vielen anderen Cachern zur Folge hatte, dass die App nach Klick auf das Icon ca 30. Sekunden braucht, bis sie startet. Bis zum heutigen Tag wurde dieser Fehler auch noch nicht behoben. Wirklich schade drum…
Aber der eigentliche Grund für die Fortsetzung dieser Testreihe ist ein ganz anderer: Viele Geocacher nutzen zum Cachen die frei verfügbare App “c:geo”, einer kostenlosen App, die zum spontanen Cachen sehr gut ist! Aber wie das Schicksal so will, hat sich “carnero”, der Entwickler von c:geo, dazu entschieden, die App nicht mehr weiterzuentwickeln. Die Gründe dafür sind kompliziert – aber als Kurzfassung: Er hat genug von Groundspeaks ewigem hin und her, was eine öffentliche API betrifft und somit die allgemeine Firmenpolitik. Das Ereignis hat große Wellen geschlagen, immerhin wird c:geo sehr gern genutzt. Nachdem die App nun nicht mehr weiterentwickelt wird, ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis sie nicht mehr funktioniert. Spätestens nach dem nächsten größeren Seitenupdate bei Geocaching.com…
Persönlich gesehen habe ich zwar das Glück, noch einige andere Apps bei mir auf dem Gerät zu haben, bin also nicht zwangsweise auf c:geo angewiesen, aber beschäftigen tut es mich schon, denn auch ich habe des öfteren c:geo genutzt.
Daher möchte ich euch heute noch zwei weitere Apps vorstellen, die ich nun mal etwas ausgiebiger getestet habe, insbesondere im Hinblick auf das Live-Caching!
GeoBeagle
Als alternative App zu c:geo sollte zuerst die kostenlose App GeoBeagle getestet werden. Diese ist frei im Market erhältlich. Beim ersten Start von GeoBeagle kommt bereits ein Bildschirm, dass zuerst ein Pocket Query importiert werden muss. Also nichts mit Spontancaching! Naja nicht ganz – als Alternative zu den Pocket Queries kann auch zu einem BCaching-Account connected werden. Moment mal – was ist denn nun schon wieder BCaching? Unter BCaching versteckt sich die Webseite www.bcaching.com, ein Tool, welches die automatische Aktualisierung der Cachedatenbank auf eurem Handy ermöglicht! Das geht allerdings nur für Premium-Mitglieder bei geocaching.com! Ihr könnt euch regelmäßig automatisch eure generierten PocketQueries an eine bcaching.com Email-Adresse schicken lassen, welche dort automatisch verarbeitet werden. Über eine Schnittstelle haben nun andere Webseiten oder Programme die Möglichkeit, Inhalte von dort zu lesen.
Das ist natürlich noch kein komplettes Spontancachen, aber es erleichtert die Sache! Ihr könnt euch somit also die Datenbank der Caches eurer Region auf eurem Handy täglich aktualisieren lassen. Die Daten sind dann aber immernoch online und werden bei jedem Wunsch immer aus dem Internet geladen. Sehr nützlich, aber noch nicht optimal…
Aber zurück zu GeoBeagle: Hat man einmal seinen BCaching-Account eingerichtet und lässt sich automatisch dorthin die PocketQueries schicken, kann man mit GeoBeagle schnell und einfach von unterwegs auf die Caches der Datenbank zugreifen. Dank der API geht das auch deutlich schneller als bei c:geo, welche ja immer die Inhalte aus der geocaching.com-Seite geladen hat, und zwar die komplette Seite, nicht nur die Inhalte, die man braucht.
Das Benutzerinterface von GeoBeagle is auch recht simpel gehalten. Die Icons deutlich verschieden von den herkömmlichen Icons, was einfach nur lizenzbedingt ist. Dennoch irgendwie nervig, wenn man nicht dran gewohnt ist. Auch der Kompass der App ist sehr rudimentär gehalten und besteht nur aus einem simplen Pfeil, was zur Not aber reicht.
Ich habe nun versucht, mir da einen Cache zu wählen und mich hinnavigieren zu lassen… geht… aber komfortabel ist was anderes. Die App wirkt einfach unrund und unausgereift… Ihr könnts ja testen – mir liegt es nicht… Für ausgedehnte Cachetouren oder mal wirklich spontanes Cachen meiner Meinung nach aber ungeeignet…
GeOrg
Nachdem der Test bei GeoBeagle nicht so gut ausgefallen ist, wollte ich noch etwas anderes testen – die Wahl fiel auf: GeOrg! GeOrg war eine meiner ersten Geocaching-Apps, die ich anfangs recht häufig genutzt habe. Später kam dann doch das reine Spontancachen in den Vordergrund, was mich c:geo oder die Groundspeak-App bevorzugen ließ… Aber GeOrg wurde weiter auf dem Gerät behalten und immer mal wieder genutzt.
GeOrg ist eine recht ausgereifte Geocaching-App, die einen sehr guten Eindruck macht und sehr gut zu benutzen ist. Dies hat natürlich auch so seinen Preis – im Falle von GeOrg knapp 5€. Klingt viel, aber ist es wert! Und fürs Caching geben wir ja wenn wir ernst sind deutlich mehr aus!
Ursprünglich wurde GeOrg entwickelt, um mit Hilfe importierter Pocket Queries optimal cachen gehen zu können. Eine Live-Funktion für geocaching.com gibt es – offiziell – nicht. Bevor wir aber zum Thema Live-Funktion kommen hier ein kleiner Überblick über GeOrgs Hauptfunktionen, denn GeOrg bietet zum Cachen viele viele schöne Möglichkeiten, was deutlich mehr Komfort und Vielfalt beim Cachen liefert. Aber seht einfach selbst:
- Import von GPX-Dateien vom Handy (optimal wäre direkt ein Download von der Webseite, bisher muss man einfach im Android-Browser die Pocket Query Seite aufrufen und runterladen und kann dann ganz einfach importieren, ohne viele Klicks)
- Anlegen verschiedener Cachedatenbanken, abhängig von den Orten. Die Datenbanken sind auch sehr schnell, z.B. beim Suchen – ganz anders als die c:geo Datenbank!
- Komfortables Anlegen von Wegpunkten – global oder zu einem Cache gehörend!
- Für Koordinateneingabe gibts eine eigene Tastatur, ähnlich wie bei “richtigen” Navis, also keine normale Android-Tastatur, was die Eingabe von Werten nicht grad komfortabel macht
- Viele verschiedene Navigationsmodi: Kompass, Radar, Karte (Luftlinie), Karte (mit Straßenverlauf, wie auf Bild), Google Navigation oder auch eigene andere Navigations-Apps.
- Notizen, Markieren von Caches, voller Field-Note-Support
- Verschiedene Solver und Lösungshilfen, wenn man unterwegs mal was umrechnen oder Codes lösen muss
- Unterstützung von Routen
- und vieles, vieles mehr!
Wie man also sieht – GeOrg bietet so einiges! Und ich muss sagen, es ist wirklich komfortabel! Von allen mir bekannten Geocaching-Apps ist dies die komplexeste und funktionsreichste App! Und sie funktioniert wirklich gut! Denn es sind halt die Kleinigkeiten, die die Erfahrung ausmachen. So merkt sich die App, zu welchem Cache gerade navigiert wird, man kann immer mal schnell wieder zum letzten betrachteten Cache zurückspringen, hat viele andere Möglichkeiten, in der App umherzuspringen und alles ist sehr gut miteinander verknüpft!
Das Navigieren selbst klappt sehr gut! Die integrierte Straßennavigation, welche die Route als Linienzug auf der Karte darstellt, ist sehr brauchbar, denn man weiß, wo es langgeht, muss aber nicht in die komplette Straßennavigation von Google wechseln! Der Kompass ist sehr genau und führt auch genau zum Ziel! Bei anderen Apps spinnt der Kompass zum Beispiel, wenn man kurz vorm Ziel ist, manchmal.
Noch beeindruckender ist es, wenn man sich die Einstellungen des Programms ansieht! GeOrg bietet sehr viele verschiedene Einstellungen! So kann zum Beispiel ab einer bestimmten Geschwindigkeit zum GPS-Kompass gewechselt werden – sehr hilfreich! Beim Stehen wird der elektronische Kompass genutzt und wenn man unterwegs ist, der dann genauerer GPS-Kompass!
Desweiteren bietet GeOrg sehr viele verschiedene Einstellungen – vom Bildschirm-Timeout bis hin sogar zu offline gespeicherten Kartendaten, die dann automatisch genutzt werden! Gut, wenn man nur wenig Freivolumen beim mobilen Internet hat oder aufgrund schlechten Empfangs auch mal gar kein Netz!
Wie man also sieht – zum Cachen mit gespeicherter Cachedatenbank ist GeOrg unschlagbar! Die App ist einfach wirklich ausgereift!
Aber was, wenn man mal spontan unterwegs ist und cachen will? Und die Caches der Region mal nicht auf dem aktuellen Stand sind oder man irgendwo anders ist? Was dann? Keine Sorge, auch dann ist GeOrg gut brauchbar! Um sich nicht von Seiten GroundSpeaks angreifbar zu machen, soll die GeOrg App so “sauber” wie möglich sein, daher auch kein Live-Modus wie bei c:geo, welcher die Geocaching.com-Webseite durchsucht – was ja bekanntlich gegen die AGBs ist!
Um dies zu umgehen, gibt es bei GeOrg die Möglichkeit, so genannte Connectors zu nutzen, das sind eigene Apps, die als Schnittstelle zu anderen Cachingplattformen dienen. So ist durch einen Connector auch das oben beschriebene BCaching verfügbar – wenn man also will hat man auch mobil die Möglichkeit, die Datenbank seiner Region automatisch aktuell zu halten… Neben dem BCaching-Connector gibt es auch noch einen Connector zu Geocaching.com, welcher dann quasi die Funktionen von c:geo nutzen kann. damit ist es also möglich, auch irgendwo unterwegs Caches in der Nähe anzeigen zu lassen oder aufs Gerät runterladen zu können! Völlig unkompliziert! Tolle Idee!!!
Zusammenfassung
So und nun der krönende Abschluss – die Zusammenfassung! GeoBeagle – aus meiner Sicht leider durchgefallen! GeOrg – genial!!! Sehr gut für ausführliche Cachetouren – ermöglicht alles, auch die Field Notes sind sehr komfortabel! Und braucht man unterwegs mal einen Cache, der nicht in der Datenbank ist, sorgt der Connector für Abhilfe! Vollste Empfehlung! Die 5€ sind es wert!
Ich hoffe, die Screenshots und meine kurzen Ausführungen konnten einen kleinen Einblick geben! Viel Spaß beim Testen und frohes Cachen!
-evident-















